Im ersten Moment sei er etwas pikiert gewesen, sagt der Schweizer Insektenforscher Charles Lienhard. Doch dann habe ihn sein japanischer Kollege davon überzeugt, dass es eine Ehre sei, mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet zu werden. Der Preis gilt als «Anti-Nobelpreis» und wird seit 1991 jedes Jahr in einer humoristischen Veranstaltung verliehen, seit 2001 an der Harvard University. Man kann das englische «ignoble» mit «schmachvoll» übersetzen. Aber als Schmach ist die Auszeichnung nicht gedacht. Sie wird für Erkenntnisse verliehen, «die einen erst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringen».

Insgesamt wurden dieses Jahr zehn Preise in den Gebieten Physik, Frieden, Wirtschaft, Anatomie, Biologie, Fluiddynamik, Ernährung, Medizin, Kognition und Geburtshilfe verliehen. Bei zwei Preisen waren Schweizer Forscher massgeblich beteiligt. So erhielten Lienhard und seine Kollegen aus Japan und Brasilien den Biologiepreis. Sie hatten gezeigt, dass brasilianische Höhleninsekten der Gattung Neotrogla bezüglicher ihrer Geschlechtsorgane einzigartig sind: Die Weibchen tragen einen Penis und die Männchen eine Vagina. Die Arbeit warf viele Fragen auf und sorgte auch bei Laien für lange Diskussionen. Zum Beispiel darüber, ob ein Weibchen mit einem Penis ein Männchen sei. Für die Wissenschafter war diese Frage klar zu beantworten. Das Weibchen sei dasjenige, das die grösseren Keimzellen, die Eizellen, trage, sagt Lienhard.

 

Didgeridoo-Spielen hilft bei obstruktiver Schlafapnoe

vorschau didgeridoteamAuch der Ig-Friedensnobelpreis geht dieses Jahr an Schweizer. Die Forscher unter der Leitung von Otto Brändli von der Höhenklinik Wald zeigten 2005, dass regelmässiges Didgeridoo-Spielen die Beschwerden von Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe verbessert. Sie schnarchten weniger und waren tagsüber weniger müde. Beides dürfte das friedliche Zusammenleben in einer Partnerschaft durchaus fördern. Die obstruktive Schlafapnoe entsteht, wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen im Schlaf erschlafft und die Atmung stört. Das führt zu kurzen Atemaussetzern, auf die jeweils ein lauter Schnarcher folgt, wenn der Schlafende nach Luft ringt.

Nachdem ein Didgeridoo-Lehrer und Patient der Ärzte in der Höhenklinik Wald festgestellt hatte, dass seine Beschwerden durch regelmässiges Didgeridoo-Spielen verschwunden waren, untersuchten die Forscher dies systematisch in einer Studie mit vielen Probanden. Tatsächlich stellten sie eine erhebliche Verbesserung der Beschwerden fest, wenn die Probanden sechs Tage pro Woche 25 Minuten lang spielten. Vermutlich stärke das Training die Muskulatur in den Atemwegen, sagt Brändli.

Im Rahmen einer Show hielt jedes geehrte Team am Donnerstag eine kurze Ansprache – teilweise per Videobotschaft – und bekam eine 10-Billionen-Dollar-Note aus Simbabwe überreicht.

Wie können wir die Lebensqualität von Patienten mit COPD verbessern?

Living Better with COPD | besser Leben mit COPD

Lungenkranke mit COPD, einer der häufigsten Todesursachen in der Schweiz, leiden darunter, dass ihre Krankheit in der Bevölkerung zu wenig bekannt ist oder als selbst verschuldete „Raucherlunge“ bezeichnet wird.

Auch die Luftverschmutzung durch Feinstaub sollte als Ursache bekämpft werden. Dank Früherkennung mit Fragebogen und Lungenfunktionsmessung können die kosteneffizientesten Massnahmen wie Raucherentwöhnung, Inhalationstherapie und selbständiges Körpertraining eine Verbesserung der Lebensqualität bewirken. Mit pulmonalen Rehabilitationsprogrammen kann die Mitarbeit der Patienten, insbesondere zur der Vermeidung von teuren COPD- Exazerbationen, verbessert werden.

COPD bekannter machen

COPD ist eine wenig populäre Bezeichnung für die dritthäufigste Todesursache weltweit, an welcher auch in der Schweiz  über 400‘000 Menschen leiden und jedes Jahr mehr als 4000 sterben (Abb.1)! COPD ist ein neuer Name für eine alte Krankheit, die im Volksmund wegen des Schleimabhustens „Katarrh“ hiess (altgriechisch καταρρεϊν = herunterfliessen). Während die Engländer von „Bronchitis“ sprachen, nannten die Amerikaner die Krankheit „Lungenemphysem“. Erst in den 1960er Jahren kam wegen der einfacher gewordenen Messung der obstruktiven Lungenfunktion der Begriff „COPD“ erstmals auf. Leider kann dieser in der Bevölkerung wenig bekannte Begriff nicht einfach durch die Bezeichnung „Raucherlunge“ ersetzt werden, weil man damit etwa 20% der Erkrankten sehr Unrecht täte, die selber nie geraucht haben. Ausdrücke wie „Feinstaublunge“ oder „vorzeitige Lungenalterung“ kommen der Pathophysiologie der Krankheit näher: durch die Entzündung der Bronchien und den fortschreitenden Verlust der Gasaustauschfläche fallen die anfänglich über 300 Millionen Alveolen „wie Blätter vom Lungenbaum“.

Alle Anstrengungen, die COPD in unserer Bevölkerung bekannter zu machen, helfen den Betroffenen und ihren Angehörigen, die Krankheit besser zu verstehen und mehr Verständnis für ihre Leistungsdefizite zu bekommen, und allgemein auch Verständnis für die notwendigen Luftreinhalte- und Tabakpräventionsmassnahmen zu wecken.
COPD- Ursachen bekämpfen

Neben dem Zigarettenrauchen und Passivrauch ist heute bei uns die verunreinigte Atemluft durch Staubbelastung, weniger am Arbeitsplatz als an vielbefahrenen Strassen, die Hauptursache. Massnahmen wie Raucherregelungen und Abgasvorschriften lindern die Symptome der COPD- Kranken und verlangsamen ihre Krankheitsprogredienz [1]. So sind nicht nur die Herzinfarkte, sondern auch Hospitalisationen wegen COPD zeitgleich mit der Einführung der Rauchstopps im öffentlichen Raum in den einzelnen Schweizer Kantonen zurückgegangen [2].
Alle Patienten  sollten regelmässig nach ihren Rauchgewohnheiten befragt werden. Den Rauchenden sollen Raucherentwöhnung und medikamentöse Unterstützung dabei angeboten werden. In einer grossen randomisierten Studie über 14 Jahre (Lung Health Study) konnte gezeigt werden, dass die Raucherentwöhnung allein eine signifikante Lebensverlängerung bewirkt [3] (Abb.2).
COPD Patienten und ihre Angehörigen sollten jährlich gegen Grippe geimpft werden. Allen Patienten, insbesondere in den fortgeschrittenen COPD- Stadien 3 und 4 nach GOLD und im Alter über 65 Jahren, soll die einmalige, allerdings bis jetzt leider noch nicht von allen Krankenkassen bezahlte, Impfung mit dem 13-valenten konjugierten Impfstoff Prevenar13® gegen Pneumokokken (anstelle des weniger wirksamen  Pneumovax®) empfohlen  werden.

COPD früher erkennen


Obwohl ein ungezieltes Screening von Gesunden mittels Lungenfunktion nicht empfohlen wird, können Fragebogen als COPD- Risikotest helfen, die Krankheit frühzeitig zu diagnostizieren  (http://www.lunge-zuerich.ch/wissen/copd/copd-risikotest/ oder http://www.lungenliga.ch/nc/de/krankheiten-ihre-folgen/copd/diagnose/copd-risikotest.html). Bis zu 50% der Rauchenden haben bereits Symptome der COPD aber noch eine normale Lungenfunktion [4]. Da Lungenfunktionsmessungen in der Grundversorgerpraxis leider oft fehlen, werden viele COPD Patienten leider erst spät oder gar nicht diagnostiziert. Bei Patienten mit Symptomen oder  beruflicher Exposition (zum Beispiel Landwirte), mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (ein Gendefekt bei 1-2 % der COPD-Patienten, meist mit Krankheitsbeginn vor dem 40. Altersjahr) und Rauchenden im Alter von über 40 Jahren sollte regelmässig mit den heute einfach zu bedienenden elektronischen Geräten (zum Beispiel dem in der Schweiz entwickelten EasyOne® der Firma www.ndd.ch) eine Spirometrie durchgeführt werden.  

Mehr Kompetenzen für die Patienten


Da es sich bei COPD um eine chronische, medikamentös nicht heilbare Krankheit handelt, ist die Mitarbeit der Patienten entscheidend: insbesondere bei der Raucherentwöhnung, der regelmässigen Inhalationstherapie und beim körperlichen Training und der pulmonalen Rehabilitation, den vier wirksamsten und kosteneffizientesten Therapiemassnahmen bei COPD. Die Analogie zur Langzeitbehandlung der Hypertonie ist frappant (Abb.3): Die wiederholte Lungenfunktionsmessung kann ähnlich wie die Blutdruckmessung den Krankheitsverlauf objektivieren und dem Patienten vor Augen führen. Sie ist im Gegensatz zur Blutdruckmessung auch im TARMED verrechenbar. Sie ist wie die Messung der Sauerstoffsättigung am Finger mit immer kleineren und einfacheren Geräten auch vom Patienten selber zu Hause durchführbar und kann mittels Smartphone dem Arzt übermittelt werden.

Die Zahl der zur Inhalationstherapie angebotenen Geräte nimmt ständig. Es ist deshalb von Vorteil, jeweils das gleiche Gerät für alle Therapieformen (Anticholinergika, Sympathomimetika, Steroide) zu verwenden, mit welchem Arzt und Patient vertraut sind. Seit kurzem gibt es auch die Möglichkeit, den Patienten regelmässig zur Benützung seines Inhalationsgerätes dank einem eingebauten Testsystem (zum Beispiel dem Smartinhaler Turbu+®, ab Januar 2017 gratis von AstraZeneca erhältlich) mit einem Smartphone- App aufzufordern. Damit  kann der behandelnde Arzt auch die Therapietreue überwachen. So kann die gemäss Untersuchungen allgemein sehr schlechte Compliance bei der Inhalationstherapie verbessert werden.
Ganz entscheidend aber ist die Mitarbeit der Patienten bei der Verhinderung von schweren Exazerbationen und bei deren kosteneffizienten, möglichst ambulanten Behandlung. Hier sind inpiduelle Aktionspläne wie diejenigen des „praktischen Leitfadens für Betroffenen und Angehörige der Lunge Zürich“ sehr hilfreich (“besser Leben mit COPD“ nach dem Programm der McGill Universität in Montreal, erhältlich beim Verein Lunge Zürich, Pfingstweidstrasse 10, 8005 Zürich, Tf 0800070809 oder This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. für Fr. 19.-, gratis für Kantonseinwohner). Exazerbationen beschleunigen den Abfall des FEV1 und können teure Hospitalisationen verursachen [5]. Die Patienten lernen mit dem Aktionsplan, Exazerbationen, wir nennen sie „Lungenattacken“ in Analogie zu Angina pectoris und Herzinfarkt,  auf Grund von vermehrten Symptomen frühzeitig zu erkennen. Sie können dann nach den Vorschriften ihres Arztes Therapieanpassungen selbständig vornehmen und so auch mehr Sicherheit im Umgang mit ihrer Krankheit bekommen.

Selbständig trainieren dank pulmonaler Rehabilitation
COPD ist auch eine Systemerkrankung mit Muskelschwund durch Trainingsmangel, mit Gewichtsverlust und einer systemischen Entzündung mit Folgen auch für das Gefässsystem. Vor allem aber verursacht die zunehmende Atemnot  eine verminderte Aktivität  und leitet einen Teufelskreis mit immer grösserer werdender Angst, Depressionen und Isolation ein. Dieser kann mit einem speziellen Trainingsprogramm, idealerweise in Gruppen, und insbesondere auch nach Exazerbationen durchbrochen werden. Solche Programme können anfänglich als stationäre, später und in vielen Fällen schon von Anfang als ambulante pulmonale Rehabilitation durchgeführt werden. Zur Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit empfehlen wir anstelle des aufwendigeren 6- Minuten- Gehtests den „Sit-to-Stand Test. Dabei wird während nur einer Minute die Anzahl Sitz- und Stehabfolgen auf einem Stuhl ohne Lehne gezählt, die der Patienten maximal leisten kann. Lungengesunde erreichen dabei bis zu 40 und mehr Wiederholungen in der Minute [6].

Diese pulmonalen Rehabilitationsprogramme werden leider noch viel zu wenig verordnet. Sie   sind sogar kosteneffizienter als die medikamentöse Therapie! Überall in der Schweiz haben Lungenärzte und Spitäler solche Programme aufgebaut. Sie werden von der Kommission pulmonale Rehabilitation und Patientenschulung der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie akkreditiert und überwacht. Diese führt auch ein Verzeichnis der anerkannten Zentren (http://www.pneumo.ch/de/kommissionen-und-arbeitsgruppen/kommission-pulmonale-rehabilitation-und-patientenschulung/anerkannte-zentren.html). Während die stationäre pulmonale Rehabilitation meist auf zwei bis drei Wochen und die ambulante auf drei Monate beschränkt bleiben und kassenpflichtig sind, können ambulante Anschlusstrainings in Lungensportgruppen den Krankheitsverlauf nachhaltig günstig beeinflussen. Lungenligen bieten solche Angebote, an deren Kosten sich die Zusatzversicherungen teilweise beteiligen. Viele COPD Patienten besuchen auch mit Erfolg regelmässig ein Fitnesscenter für ihr selbständiges Kraft- und Ausdauertraining.

Lebensende besprechen


COPD Kranke haben Angst, mit schwerer Atemnot ersticken zu müssen. Aus meiner Erfahrung ist das jedoch nur sehr selten der Fall. Meist sterben sie an ihren Komorbiditäten wie Herzerkrankungen oder an Lungenkrebs. Dank Heimsauerstofftherapie und kontrollierter terminaler Sedation kann ihnen ein Erstickungstod erspart werden. Wichtig ist jedoch die frühzeitige Abfassung einer Patientenverfügung mit Angaben über Reanimations- und Beatmungswünsche, insbesondere während einer Exazerbation. Sehr hilfreich ist dabei der Einbezug der Bezugspersonen, welche oft wegen der Husten- und Atemnotsymptomatik der Kranken sehr mitleiden müssen [7].

Merkpunkte

  • immer nach Rauchgewohnheiten fragen, Raucherentwöhnung anbieten oder delegieren
  • Lungenfunktion ebenso regelmässig wie Blutdruck messen, aber nicht als einzigen Schweregradparameter, sondern immer auch Exazerbationshäufigkeit und Patientenpräferenzen mitberücksichtigen
  • Jährliche Impfung gegen Grippe und bei fortgeschrittener COPD auch mit Prevenar13® gegen Pneumokokken
  • Pulmonale Rehabilitation kann den Teufelskreis von Inaktivität, Angst, Depression und Isolation durchbrechen und lebenslanges Körpertraining und Selbstmanagement einleiten
  • Partner von COPD Patienten sind gleichermassen durch Angst und Depression belastet und in die Betreuung einzubinden

Lernfragen zu: die Folgen vom Rauchstopp (welche Antwort ist falsch?)

Seit Inkrafttreten des Rauchstopps im öffentlichen Raum ist in der Schweiz nachweislich folgendes eingetreten:

  1. keine Rückgang der Zahl der Rauchenden
  2. signifikanter Rückgang der Herzinfarkt-Hospitalisationen
  3. signifikanter Rückgang der COPD- Hospitalisationen
  4. signifikanter Rückgang der COPD- Todesfälle

Antwort: zu: folgen vom Rauchstopp


Einzig Antwort 4 ist falsch: gemäss einer erst nach Einsendung publizierten Auswertung der Schweizer Spital- und Todesursachenstatistik ist zwar die Zahl der Hospitalisationen wegen Herzinfarkten und COPD signifikant zurückgegangen, bisher noch nicht jedoch die der COPD- Todesfälle. Die Zahl der Rauchenden ist leider nicht weiter zurückgegangen: 2015 rauchen 25,0% der Bevölkerung, gegenüber 24,9% im Jahr 2014; 2013: 25,0%; 2012: 25,9%; 2011: 24,5% (http://www.bag.admin.ch/suchtmonitoring/14446/index.html?lang=de&download))

Lernfragen zu: Häufigkeit von COPD- Exazerbationen reduzieren

Die Häufigkeit von COPD- Exazerbationen kann reduziert werden durch:

  1. Grippeimpfung
  2. Raucherentwöhnung
  3. Antibiotikaprophylaxe bei Weiterrauchenden
  4. Pneumokokkenimpfung
  5. inpiduelle Aktionspläne für die Patienten

Antwort zu: Häufigkeit von COPD- Exazerbationen reduzieren

Antwort 3 ist falsch:

obwohl vereinzelte Studien unter einjähriger prophylaktischer Gabe von Zithromax®  etwas weniger Exazerbationen gesehen haben, war dies bei den Weiterrauchenden nicht der Fall [8]).

Bibliografie


[1] Downs SH, Schindler Ch, Liu L-JS et al: Reduced exposure to PM10 and attenuated age-related decline in lung function. N Engl J Med 2007; 3572338-2347.
[2] Dusemund F; Baty F, Brutsche MH: Significant reduction of AECOPD hospitalisations after implementation of a public smoking ban in Graubünden, Switzerland. Tob Control 2015; 24: 404-407.
[3] Anthonisen NR, Skeans MA, Wise RA et al: The effects of a smoking cessation intervention on 14.5- Year mortality. Ann Intern Med 2005; 142:233-239.
[4] Woodruff PC, Barr RG, Bleecker E et al: Clinical significance of symptoms in smokers with preserved pulmonary function. New Engl J Med 2016; 374: 1811-1821.
[5] Dransfield MT, Kunisaki KM, Strand MJ et al: Acute Exacerbations and lung function loss in smokers with and without COPD. Am J Respir Crit Care Med 2016: DOI: 10.1164/rccm.201605-1014OC.
[6] Strassmann A, Steurer-Stey C, Dalla Lana K et al: Population-based reference values for the 1-min sit-to-stand test. Int J Public Health 2013; 58: 949–953.
[7 ] Meier C, Mörgeli H, Büchi S et al: Psychische Belastung und Lebensqualität bei COPD-Patienten und bei deren Partnern. Praxis 2011;100:407–415.
[8] Han MK, Tayob N, Murray S et al: Predictors of Chronic Obstructive Pulmonary Disease Exacerbation Reduction in Response to Daily Azithromycin Therapy. Am J Respir Crit Care Med 2014;189:1503–150.

Abbildungen


Abb1. Die Zahl der Todesfälle an COPD nimmt vor allem bei den Frauen zu (Angaben Bundesamt für Statistik BFS, Neuenburg, 2016)
Abb2. Zeigen Sie dieses Bild Ihren Patienten: Rauchstopp ist die wirksamste Massnahme gegen den Verlust von Vitalkapazität (mit freundlicher Genehmigung durch Prof. N. Küenzli, STPH Basel)
Abb3. Die Betreuung von COPD- Kranke ist ebenso dankbar wie die von Hypertonikern
Abb4. Aktivitätsmessung hilft als Motivation zum regelmässigen Training

Abkürzungen


COPD: chronische obstruktive Lungenkrankheit; FEV1: forciertes exspiratorisches Einsekundenvolumen; GOLD: Global initiative for chronic Obstructive Lung Disease

Korrespondenzadresse
Dr. Otto Brändli, Hömelstrasse 15, 8636 Wald; Kontakt zu Otto Brändli

The Swiss Lung Foundation and the Institute of Anatomy of the University of Berne Award a personal prize of CHF 10’000 for the best research work in the field of “Lung and Respiration” in Switzerland.

The award is granted since 2017 for not yet fully established investigators with recognized and distinguished scientific achievements. The choice of the prize winner will be decided by the Prize Commission.

 

Requirements:

  1. As a rule, the research should be done at a Swiss university, clinic or research institute.
  2. The nomination can be written in German, French or preferably in English.
  3. It should include the curriculum vitae including a list of publications and a summary of his/her scientific achievements including the 3-5 most important publications (no more than two pages and in English).
  4. The documents must be submitted by the 15.12 2017 to the following address:

Dr. med. Otto Brändli
Präsident Swiss Lung Foundation
Hömelstrasse 15
8636 Wald
contact to Otto Brändli ¦ submit Files

The prize commission :

  • Dr. med. Otto Brändli, President
  • Prof. Dr. med. vet. Max Gassmann
  • Prof. Dr. med. Thomas Geiser
  • Prof. Dr. med. Laurent Nicod
  • Prof. Dr. med. Johannes Schittny

 

swisstb

Medienmitteilung        Download pdfpd_swisstb_award_2017.pdf839.12 KB

 

Der Kampf gegen die Tuberkulose geht weiter

Zusammen mit Aids ist Tuberkulose noch immer die häufigste tödliche Infektionskrankheit weltweit. Die Erforschung neuer Mittel und Wege zur Bekämpfung der Tuberkulose ist nach wie vor von zentraler Bedeutung. Die Schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung vergibt deshalb auch dieses Jahr den mit CHF 10'000 dotierten swissTB-Award. Die Preisträger, Dr. Paul Murima und Dr. Michael Zimmermann, haben die Stoffwechselregulation des Tuberkulose-Bakteriums erforscht, um neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. Ein Sonderpreis in der Höhe von CHF 1000 geht an Kathrin Zürcher für die historische Aufarbeitung der Zusammenhänge zwischen der Tuberkulose und den Wohn- und Lebensbedingungen in der Stadt Bern.

„Unsere Arbeit eröffnet die Möglichkeit, die Stoffwechselregulation der Tuberkulose-Bakterien spezifisch zu stören und das könnte in Zukunft zur antibakteriellen Therapie der Krankheit genutzt werden”, fassen Dr. Paul Murima und Dr. Michael Zimmermann ihre Forschungsarbeit zusammen. Diese Arbeit wird aus Anlass des WeltTuberkulose-Tags ausgezeichnet: Die beiden Wissenschaftler erhalten den mit CHF 10'000 dotierten swissTBAward, mit dem die Schweizerische Stiftung für Tuberkuloseforschung seit 2002 die besten Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Tuberkulose auszeichnet.

The Swiss Lung Foundation and the Institute of Anatomy of the University of Berne Award a personal prize of CHF 10’000 for the best research work in the field of “Lung and Respiration” in Switzerland.

  • The award is granted for the first time in 2017.
  • The choice of the prize winner will be decided by the Prize Commission.
  • The winner will present the awarded work in person.

Award Prize Winner

Prof.Dr.Med Claudia KuehniThe Ewald Weibel Prize 2017 for lung research goes on

Claudia Kuehni

Prof.Dr. med. Universität of Bern

For your excellent epidemiological and clinical work on pulmonary diseases of children, especially lung development, childhood asthma and primary ciliary dyskinesia, as well as her contribution to the creation of neonatal screening for cystic fibrosis

Berne, 30 August 2017

Stiftungszweck:

SWISS LUNG bezweckt die Verhütung und Bekämpfung von Tuberkulose und Lungenkrankheiten und die Bekämpfung der Luftverschmutzung sowie die Förderung der Forschung in diesen Bereichen.

Organisation:

Dr. O. Brändli, Präsident

Dr. P. Langloh, Vizepräsident

Hans Scherrer, Quästor

Beat Honegger, Mitglied

Hans Kurmann, Mitglied

Dr. Walter Jakob, Mitglied

Das Stiftungsreglement datiert vom  23.12.2004. Präsident, Vizepräsident und Quästor zeichnen kollektiv zu zweien.

Als Revisionsstelle amtet die Budliger Treuhand AG, vertreten durch Herrn Daniel Rohrer.

 

Tätigkeiten im Geschäftsjahr:

East African Training Initiative in Äthiopien

Im von uns seit 2013 massgeblich gesponserten Ausbildungsprogramm sind bis heute 10 äthiopische Lungenärzte weitergebildet worden: 5 davon verbleiben, zum Teil in Leitender Stellung, am Ausbildungsort, dem Black Lion Hospital in Addis Abeba, und sollten die Weiterführung des Programms dort garantieren. Die anderen 5 sind oder werden in ihre früheren Spitäler oder Universitäten in anderen Landesteilen, zum Beispiel in Axum, zurückkehren und dort die pneumologischen Abteilungen aufbauen helfen. Ich habe darauf bestanden, dass die Ausbildung aller Ärzte auf diesem Gebiet gefördert werden soll und nicht nur die universitäre Medizin. Leider hat kein anderer Schweizer Arzt ausser Prof. Schoch von St. Gallen, der dieses Jahr wieder dorthin reisen wird, als Ausbildner in Äthiopien mitgewirkt, sondern vor allem Amerikaner.

Die Finanzierung des Weiterbildungsprogramms, welches  inzwischen zum Vorzeigeprojekt für Afrika geworden ist (Sherman CB, Carter EJ, Braendli O, Getaneh A, Schluger NW: The East African Training Initiative. A Model Training Program in Pulmonary and Critical Care Medicine for Low-Income Countries.  Annals ATS 2016; 13: 452-455) und internationales Interesse geweckt hat, gestaltet sich nach dem Ausscheiden der World Lung Fundation, unserer bisherigen Partnerin mit den Mitteln des früheren  NY Bürgermeisters Bloomberg, schwieriger: unser Programm ist in die Hände der „International Union against Tuberculosis and Lung Disease“( IUATLD) in Paris geraten und wird von einer NGO namens „Vital Strategies“ in New York aus neu „gemanagt“, was zusätzliche Kosten verursacht.  Allerdings hat das Programm auch bereits einen Chest Fundation Grant in noch unbekannter Höhe gewonnen. Wir haben aber mit der Überweisung der von uns bereits bewilligten 4. Tranche von 25‘000$ für 2016 noch zugewartet, nachdem wir bisher total 125‘000$ dazu beigetragen haben. Ich selber bin weiterhin im „advisory board“ oder „steering committee“ (je nach NGO Jargon)mit dabei und hoffe, dass es gelingt, die Verantwortung für das ganze Programm bis 2018 ganz an äthiopische Hände zu übertragen.

 

Lung Health in Kirgistan

Prof. Konrad Bloch, der uns an der letzten GV 2015 ausführlich über sein Projekt informiert hat,  befindet sich seit April 2016 für 6 Monate selber während seines Sabbaticals als Ausbildner und Forscher in Bischkek in Kirgistan und ist dort bereits zu Ehrendoktorwürden gekommen. Sein Ausbildungsprogramm nicht nur für Ärzte sondern auch für Pflegende und Therapeuten ist gut gestartet und die Zusammenarbeit mit den Schweizer Studierenden und Ärzten ausgezeichnet.

Zusätzlich zu unserem bereits ausbezahlten Beitrag von Fr. 100‘000 für das Forschungsprogramm und von den bereits bewilligten  Fr. 20‘000 budgetiert 2016 und 2017  für das Ausbildungsprogramm  konnten wir noch eine zweckbestimmte Einzelspende im Betrage von Fr. 15‘000 an dieses Projekt weiterleiten.

 

Swiss Aerosol Award 2015: Risiko von beruflicher Exposition für Nanopartikel und Auszeichnung eines Lebenswerks

Der diesjährige Preis  der Schweizerischen Lungenstiftung Swiss Lung, in der Höhe von CHF 10'000, ging an Yaobo Ding vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Universität Lausanne: Der junge chinesische Absolvent der ETH Lausanne hat für seine Doktorarbeit unter der Leitung seines Co-Autors Dr. Michael Riediker an der Uni Lausanne ein System entwickelt, mit dem Nanopartikel, die aus der Zerstäubung von Nanopulver resultieren, charakterisiert werden können. Das neue System hat für die Abschätzung des Risikos bei beruflicher Exposition gegenüber solcher Partikel grosse praktische Bedeutung.

Zusätzlich wurde zusammen mit der Schweizerischen Aerosol Gesellschaft erstmals ein Preis für das Lebenswerk der Umweltpionierin Regula Rapp für ihren Einsatz zur Verbesserung der Luftqualität in der Schweiz im Betrage von Fr. 2500 verliehen.

 

Ewald Weibel Auditorium und Förderpreis für Lungenforschung in der Schweiz

Nach unserem auf dem Zirkularweg bewilligten einmaligen Beitrag von Fr. 30‘000 konnte bereits am 24.6.2016 der neu nach dem langjährigen dortigen Anatomen Prof. Weibel beschriftete über 100 Jahre alte sehr schön restaurierte Hörsaal an der Uni Bern feierlich eröffnet werden. Auch alle Vorbereitungen zur Preisauschreibung sind gut angelaufen und der mit Fr. 10‘000 dotierte Preis für  „ausgezeichnete Leistungen auf dem Gebiet von Lunge und Atmung“ in der Schweiz wird demnächst erstmals ausgeschrieben werden. Seine Finanzierung ist dank zusätzlichen Mitteln des Anatomischen Instituts der Uni Bern und eines Legats von Prof. Weibel selber auf Jahre hinaus gesichert

 

Weitere Unterstützungen

Der von unserem Vizepräsidenten Pieter Langloh mitgegründete und von uns 2014 mitfinanzierte Verein „SansPapier Care“ als medizinische Anlaufstelle für Migranten ist 2015 aktiv geworden und hat mit der 20-%-Stelle von Caspar Zollikofer per 1. Januar 2016 einen hochmotivierten jungen Mitarbeiter, der von der Sans Papiers Anlaufstelle Zürich (SPAZ) migrationspolitische Erfahrung und Vernetzung mitbringt.

Anstelle des früher geplanten und bereits beschlossenen Schweizer Sachbuchpreises haben wir zwei Buchprojekte gefördert, mit Fr. 10‘000 das rechtzeitig zur Eröffnung des Gotthard- Basistunnels erschienene Buch des Verlags Hier+Jetzt in Baden „DREI WELTREKORDE AM GOTTHARD Unternehmer, Ingenieure und Mineure im Tunnelbau“, Kilian T. Elsasser und Alexander Grass. Alexander Grass, dem Tessin Korrespondent  des Schweizer Radios. Ebenfalls demnächst erscheinen wird das von uns mitfinanzierte Buch „Hundertmal älter. Woran Mann merkt, dass er nicht mehr 50 ist“ von Urban Zehnder, welcher leider am 19.April dieses Jahre an den Folgen eines während einer Wanderung erlittenen Herzinfarktes verstorben ist.

Als Mitglied des Organisationskomitees der seit Jahren jeweils im Sommer an der ETH Zürich stattfindenden internationalen Nanopartikelkonferenz habe ich in eigener Kompetenz Posterpreise im Gesamtbetrag von Fr. 1200 von Swiss Lung bewilligt.

 

Dank

Neben dem bereits erwähnten zweckbestimmten Beitrag für Kirgistan und anderen Spenden hat uns Hans Kurmann  beim Tode seines am 22.6.2016 verstorbenen jüngeren Bruders für Trauerspenden empfohlen und so weitere Mittel zukommen lassen. Ich bin ihm dafür sehr dankbar wie auch den anderen ehrenamtlich mitarbeitenden Stiftungsräten.

Dr. O. Brändli, Präsident

Wald, 14.7.2016

Download: pdfJahresbericht-Schweizerische-Lungenstiftung-2016.pdf352.94 kB18/09/2016, 10:38